Am 06. November 2018 hatte ich die Gelegenheit das erste mal auf einer Bühne außerhalb Triers lesen zu dürfen. Auch hier flog ich wieder traditionell in der ersten Runde raus, man sollte wirklich nicht angeben wenn das dauernd passiert… Naja… Ich trat mit einem kleinen Text an, den ich „mein bester Freund“ genannt habe. Er beginnt recht dümmlich, wie eine kindlich naiver Erzählung über meinen super tollen besten Freund, aber es stellt sich im Laufe des Textes heraus, dass ich den „besten Freund“ stalke, ihn Nachts beobachte, seine Nachbarin töte damit ich in der Wohnung neben ihm wohnen kann und ihn schließlich ins Gefängnis bringe, weil ich mich von ihm betrogen fühle. Klassischer Samstag Nachmittag bei mir.
Man hatte etwa 6 Minuten Zeit das ganze vorzutragen und wir waren sechs Künstler die in drei Wettbewerbsrunden einen Dichterwettstreit ablieferten, huihuihui ganz großes Tennis. Die Zuschauer waren etwa zu 150, damit waren die Künstler sehr unfair in der Unterzahl und das Abstimmverfahren war per Handzeichen. Mit 65 Stimmen war ich mit Abstand der Letzte. Die Finalisten hatten in jeder Runde um die 130 Stimmen. Interessant ist vielleicht noch, dass die Finalslammer Ella Anschein und Sascha Thamm sehr unterschiedliche Textsorten dabei hatten. Auch wenn sich im Finale alles um das Thema Nahrungsmittelkonsum drehte, insbesondere Fleisch. Das Ergebnis war ein sehr sehr sehr undeutliches. Beide Künstler hinterließen ein für sie ausrastendes Publikum und nur einen Hauch, deutete die Jury eine Tendenz für Sascha an.
Wieder einmal konnte ich mit unglaublich talentierten Personen eine Bühne teilen. Und rp-online verzählte sich nicht nur bei der Anzahl der Teilnehmer sie nannten sogar alle Teilnehmer „bekannte Slammer“! Nehmt das ihr Selbstzweifel! Ich habe die Presse davon überzeugt ein Profi zu sein und besser noch: zwei Personen mehr.
Insgesamt hat mir der Abend wieder mehr Spaß gemacht als der letzte in Trier weil dieses mal der Vortrag einfach beinahe reibungslos funktioniert hat. Und auch wenn das Weiterkommen in die zweite Runde angestrebt wurde, so war das nicht das was der Grund für meinen Auftritt war. Klingt ziemlich arrogant, ich weiß, ich mach das eben nur für mich. Wenn sich jemand dann noch erheitert fühlt, oder betroffen, oder wie eine Ente, dann habe ich noch nebenbei was Gutes getan.
Ein einzelner Sonnenstrahl, heute Morgen, weckte mich indem er mir zärtlich den Bart kitzelte.
„Sonnenstrahlen?!“ mit einem Schlag war ich wach, das dürfte jawohl nicht wahr sein, die Sonne sollte sich eigentlich selbst noch in ihrem Bettchen befinden!
Anhand der Schatten die die Sonne, in Zusammenarbeit mit einigen Gegenständen, in mein Zimmer warf, erkannte ich, dass es bereits siebzehn Uhr war, ich hatte verschlafen!
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Mit einem gekonnten Flickflack stand ich auf und kleidete mich ein, heute stünde ja ein Vortrag an! Ja ich spreche von diesem Slam hier. Ich nahm meinen Schlüssel, ließ die Tür ins Schloss fallen und begab mich zur nächstgelegenen Bushaltestelle.
Als ich den Bus endlich erreichte, war ich wieder beruhigt, was sollte jetzt noch schief gehen?
„Einmal zur Porta Nigra bitte.“, sagte ich beim Betreten des Gefährts,
„Sechs fuffzig.“, antwortete der Mann, der hinter dem Lenkrad des Fahrzeuges zu wohnen schien.
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„Klimper, Klimper, Raschel“, wendete mein Geldbeutel daraufhin hochnäsig ein.
Als ich den Bus an der Porta Nigra wie vorher angekündigt wieder
und sprintete zu meinem Diesel betriebenen Kraftfahrzeug. Mir war der Umstand um die Fahrverbote durchaus bewusst, aber Hey, das System tauscht mir mein Auto ja nicht einfach durch ein neues Fahrzeug aus.Mit einem galant ausgeführten Schulterblick, demonstrierte ich mein immenses Sicherheitsbewusstsein und parkte aus, wie es kein zweiter konnte.
Ich machte einen U-Turn um meine gleichzeitige respektable Menge an coolness zu demonstrieren und nahm einen beliebigen Anhalter mit, zur Demonstration meiner galaktischen Menge an Vertrauen in die Menschheit. Nach einer anstrengenden Fahrt erreichte ich nun mein Ziel und als ich das Automobil wieder verließ wurde ich von der Schönheit dieses exotischen Ortes übermannt. Langsam zog ich durch die idyllische Landschaft, und hörte wie die Vögel ihre Lieder sangen und die Waschbären ihre Nahrung wuschen.Als ich auf einmal das Brüllen einer 1500kg schweren Bärin vernahm.Befand ich mich etwa in der Nähe ihres Bärenkalbes?
Tatsächlich, da lag ein Steiffteddybär, das bedeutete, dass das Bärenlamm bereits verpuppt war, und entsprechend war die plötzliche Aggression des Bären auch vollkommen nachvollziehbar..Aber auch wenn ICH dieses Verhalten durchaus verstand, bedeutete das nicht, dass die Bärenlady Rücksicht auf MICH nahm.-Sie wechselte gekonnt in die Kampfhaltung des Bären. Diese beherrschte sie von Geburt an, ohne jemals etwas von asiatischen Kampfkünsten gehört haben zu müssen.
-Pranke-Der heftige Hieb traf mich vollkommen unerwartet an der Hüfte. Obwohl mir ihre anatomischen Vorteile durchaus bekannt waren, hatte ich mit einem Angriff frühestens 0,5 Sekunden später gerechnet. Ich konnte mich jedoch langsam wieder aufrappelt, klopfte mir das Blut von der Hüfte und sprang direkt auf die Bärin zu.-Aus taktischen Gründen zertrümmerte ich zunächst ihre Vorderpfoten, das zerbärsten der darin befindlichen Knochen und Knorpel half mir ungemein meinen folgenden Schlag bereits zum finalen zu machen. Mit der Handkante spaltete ich die Schädeldecke des durch mich, vom aussterben bedrohten Tieres. Leblos brach Mamabär zusammen. Ihr Küken lag noch immer ganz steif neben der Kampfszenerie.
Ich nahm es mit um es eine Tages jemanden zu schenken. Oder als Hauptpreis in einer eigenen Schießbude auszustellen.Dann schlug ich die Bärenlady mit einem gekonnten Uppercut aus ihrem Fell.
Aus diesem wiederum nähte ich mir ein Hemd aus reinster Haspelseide. Als ich gerade weiter ziehen wollte schoss mir ein altes indianisches Sprichwort durch den Kopf:
-Tötet man einen Bären
so muss man sein Herz verzehren
denn sonst sterben deine Eltern
– Obgleich ich nicht wusste, ob ich mir das gerade ausgedacht hatte, oder es eine tatsächliche Erinnerung war, entschied ich mich auf Nummer sicher zu gehen, die bekanntlich immer der Nummer drei folgte.Immerhin waren mir meine Eltern über die letzten Jahre schwer ans Herz gewachsen und für mich zu so etwas wie meine Eltern geworden.-Ich riss dem gehäuteten Raubtier das Herz aus der Brust und verzehrte es mit etwas Salz und ein wenig Dill..Ich merkte wie die Liebe die die Bärin zu ihren Lebzeiten für ihr Kind verspührt hatte, sich wie ein Telefon in mein eigenes Herz klingelte. Ich war nun mit Muttergefühlen infiziert, aufdass ich den verpuppten kleinen Bären aufzog als sei es mein eigenes Bärenwelpen.
Als der junge Bärenbock nun alt genug war um auf eigene Tatze durch die Wildnis zu jagen, verabschiedete ich mich von ihm und verriet wie seine Mutter damals wirklich gestorben war.
-Er war zwar etwas grummelig darüber, aber da der Winter bereits eingebrochen war, hatte er keine Lust sich heute damit auseinander zu setzen..Er schlief wieder ein, und ich verließ ihn. Meinen kleinen braven Bärenrüden… Ich hatte ihn „Rapsöl und Bremsflüssigkeit“ genannt, nach meinem Großvater..Als ich endlich meine Reise hierher fortsetzen konnte , bemerkte ich, dass die Wunde die mir die Bärin zugefügt hatte noch nicht ganz verheilt war. Schließlich erreichte ich meine Destination und näherte mich dem Eingang dieser Lokalität. Mit Tränen in den Augen sackte ich letztlich im Eingangsbereich zusammen, denn meine Wunden waren aufgrund der langen Reise wieder auf gegangen und hatten sich entzündet. Langsam griffen die Flammen auf den ganzen Körper über und ich verbrannte bis auf die Knochen.
X = ...
Y = ...