Ein schwarzes Lama oder Alpaka hinter einem Zaun

Lott Festival 2019

Seien Sie auf der Hut vor herumlaufenden Hühnern. War das erste was mir niemand gesagt hatte als ich nach einigem hin und her dort ankam.

Die Anfahrt war eine wirkliche Katastrophe, ich wollte eine weitere Poetin mitnehmen aber dann versagt in lauten Knarzgeräuschen unser Getriebe. Unser Auto ist nun nicht mehr fahrtüchtig und eine Reperatur wird uns noch sehr teuer durch Fenster flattern. Keine Ahnung.

Trotzdem schafften wir es dank hilfsbereiter Veranstalter des Kulturraum Triers zeitig anzukommen.

„Puh, Glück gehabt.“

Ich als wir es doch noch geschafft hatten

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal sagen wie niedlich ich dieses Festival finde. Es waren tolle Bands da, es gab eine Hammermäßig schnuckelige Waldbühne und es gab Tiere. Alpaka(oder Lama?), Pferd, Esel, Gans und Co standen da herum und waren einfach niedlich. Offensichtlich ein einfacher Job. Naja. Zum Auftritt, hier gibt es einiges zu erzählen, zunächst mal: Das Publikum war unfassbar gut drauf. Muss man einfach sagen. Selten habe ich eine solch euphorische Resonanz bei ausnahmslos allen Teilnehmern erlebt. Typische Festivalenergie eben. Wobei mein Text über meinen harten Sommer in der Taiga nur eher die wenigstens berührt hat.

Momentan versuche ich irgendwo her Talent zu besorgen, aber andererseits… Mega mäßigen Spaß hab ich ja trotzdem gehabt.

Iglu (52b)

Mein Iglu hatte einen Schaden. „Scheiß Sommer“ dachte ich als ich mit einem Eiskratzer und einen Föhn die Stelle reparierte. Ich war gerade auf der Jagd gewesen, Enten schießen, keine Ahnung ist schon voll lang her, erwartet nicht dass ich mich erinnere…

Aber als ich wieder gekommen war, zack Sommer.
„Scheiß Sommer“ brüllte ich wieder.

Wir hatten ja nichts in der Taiga, da war nur mein Iglu und mein Garten. Der Garten war Mega geil, weil der war in Permafrost.
Also Super harter Boden, klar, kalt war es, viel zu kalt um Sachen anzubauen aber ich hatte mir aus Eis einen wunderschönen kleinen Wintergarten gebaut, so wie es notwendig war um überhaupt einen Garten bei diesen Temperaturen bestellen zu können. Der Garten war viel Wärmer als der Rest, ca. 20°C. Da ließ es sich geil leben. Mega entspannt.

Minus 20°, meine ich.
Jedenfalls war dieses Loch in meiner Wand, das ich gerade am ausbessern war. Ich hatte schon nachgesehen ob noch alles da gewesen war. Wir hatten ja Elstern und Dachse in der Nähe. Wenn die sahen, dass irgendwo was offen ist, dann waren die aber schneller da als man einsilbige Wörter sagen konnte.

Die Viecher hatten auch gut gewütet in meinem Iglu. Bier weg, Handschuhe weg, Mütze weg. Da war ganz gut, dass es Sommer war. Da sind Dachse leichter zu finden, weil die dann draußen herumlungern, um die Elstern zu fressen und ein dunkleres Fell haben. Und umgekehrt natürlich genau so.
Ich griff nach meiner Flinte um die Tiere zu jagen, dass die mir in Zukunft nicht mehr meine Sachen wegnehmen könnten, aber die hatten sie auch mitgenommen.
„Scheiß Sommerdachse!“, echauffierte ich mcih als ich zum Bogen griff, den hatten sie mir gelassen. Weils nämlich faule Tiere sind.
Also keine Faultiere, die gibt’s nur in den Subtropen und den Tropen, sondern faule Tiere.

Kein Job kein Anstand, sag ich immer.

Ich bin häufig sehr einsam.

Ich war Mittlerweile bis zum Waldrand vorgedrungen. Fährten lesen konnte ich nicht. Deswegen versuchte ich es gar nicht. Habe aber mal Counterstrike gespielt. Deswegen wusste ich wie man mit einem Bogen tötet. Ich hatte auch mal Schach gespielt, nur falls ich mal einen König stürzen müsste. Wollte ich nur erwähnen.
Tap Tap Tap Tap
Moment, war das ein Dachs?
Ein huschen im Unterholz deutete mir die Anwesenheit eines Tieres oder sowas an. Ich lud den Bogen durch und ballerte die Stämme in Schutt und Asche.
Wenn der Dachs das überlebt hätte, dann hätte er es verdient. Der viel zu heiß gelaufene Lauf des Bogens entzündete meine Jackeninnentasche, aber ich ignorierte das Feuer. Denn ich war Imun. –

Da war ich mir ganz sicher.
Es gibt ja dieses Sprichwort, das irgendwas damit zu tun hat, dass ein Kind das einmal auf eine heiße Herdplatte fasst das nie wieder tut. Ich war als Kind Rebell gewesen, aus Hobby versteht sich. Der Beruf war natürlich Kind. Keine Ahnung.
Ich habe jedenfalls immer wieder auf die angeschalteten Herdplatten gefasst. Manchmal bin ich sogar nachts heimlich aufgestanden nur um das in der Küche zu tun. Naja, bis mein Geist endlich begriff, dass er nichts Begriff und mein Körper dann, als Schutzmaßnahme darauf, mit einer vollständingen Hitzeimunisierung reagierte. Deswegen lebe ich auch hier in der Taiga.

Wenn man nämlich keine Wärme mehr spürt bleibt einem nur noch die Kälte…

Da gab es dann nur drei Optionen: Bänker, Politiker oder eben Einsiedler.

Einsiedler erinnerte mich damals an Krebse, habe dann im Jobcenter darum gebeten mir eine entsprechende Stelle rauszusuchen. Als Dankeschön habe ich den jüngsten Sohn des Argestellten Tätowiert.

„Danke“, mitten ins Gesicht. Der Junge schrie vor Freude als er nachts aufwachte und den Lötkolben auf seiner Haut spürte.
Außer mir gibt hier nur den verrückten Einsiedler der drüben am See wohnt. Der kopiert mich immer wenn ich ihn besuchen will immer, ja wirklich IMMER macht er mir alles nach.

Vielleicht war der das auch gewesen mit meinem Iglu, gar nicht der Dachs. Da hatte ich gar nicht dran gedacht. Vielleicht wollte er mich schon wieder kopieren und hat sich deswegen meine Sachen genommen. Wutendbrand lud ich meinen Bogen erneut und bewegte mich in Richtung See. Der war bestimmt wieder baden, der war ja immer baden…

Ich ging an die einzige Stelle des Sees die nicht gefroren war und zielte in das Wasserloch. Genau zwischen die Augen des Spinners. Er hatte aber wohl damit gerechnet und richtete seinen eigenen Bogen auf mich. Lächerlich, ein Bogen? Unter Wasser? Das bisschen Respekt vor dem Mumm des alten Kauz ließ mich kurz zögern, aber letztlich ließen wir zeitgleich die Sehnen los und ballerten uns gegenseitig die Rüben weg. War voll die Sauerei. Hab bestimmt ne Woche gebraucht den Mist aus der Kleidung zu kriegen. Aber naja.
In meinem Garten blüht zur Zeit der Permafrost. So wie ich das sehe, ist das genau das, was ich brauche um die Dachse und Elstern loszuwerden. Und ehrlich, von Elstern und Dachsen hab ich wirklich genug. Scheiß Sommer.

>> genug davon! <<

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