Die Sache mit dem KGB

Am 15.11.2017 hatte ich die unfassbare Ehre, das erste mal eine meiner Kurzgeschichten, im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Namen „Kunst gegen Bares“ – in Trier vorzutragen. Neben mir gab es auch noch großartige Künstler die mich ziemlich bezweidruckten. Meine Kurzgeschichtentesterin, empfahl mir eine Auswahl von zwei meiner Geschichten. Einmal meinen ersten Text der für sowas vorgesehen war, diesen baute ich für die Berufsschule und zweimal einen Text über mein scheinbar heimliches Hobby, der Ornitologie.

Ich entschied mich für letzteren, nachdem ich eine zweite Meinung eingeholt hatte, die auch die beiden Wortverkettungen als die besten bezeichneten. Ich war der Meinung, dass der erste Text etwas besonderes ist, klar wäre den ersten Text auf der ersten offiziellen Veranstaltung zu lesen auch etwas besonderes, aber ich wollte ihn mir verwahren, falls ich jemals in eine zweite Runde in einem Slam käme, dass ich dieses Stück vortragen könne.

Neben einem verdammt nervösen Ich, waren vor allem die extrem freundlichen Menschen-Künstler um mich drum herum eine ungewohnte Situation. Als ich schließlich auf die Bühne kam, ließ ich mir, meines Erachtens, dieses Nervöse und Ungewohnte kaum anmerken. Es hat mir einen solchen Spaß gemacht, dass ich die Entscheidung fest machte, im kommenden Jahr, also 2018, mindestens an einem Poetry Slam teilzunehmen um den Kick noch einmal zu spüren.

Von den drei anwesenden Wortkünstlern, schaffte es einer sogar unter die Top drei. Die sogenannten Kapitalistenschweine des Abends war aber eine großartige Band, deren Name wohl noch nicht ganz fest steht. Für den Moment hießen sie Schellenkranz.

Ornitologie (20)

Mein Name ist „Marvin von Sägeblatt 2 die Rache“ dies ist mein Geständnis, und Sie erleben es gerade vorgelesen und in Farbe. Die nächsten Absätze beschreiben meine immer wiederkehrende Sehnsucht, aus der Gefangenschaft der Geheimniskrämerei zu entkommen, in die ich mich vor einigen Jahren selbst gezwungen hatte.
Es begann schon als Kind, schon mit zarten vier Jahren war ich in der Lage über viertausend Vogelarten anhand ihres Gesanges zu erkennen, mit fünf konnte ich dann die Federkleider weiterer zweitausend Arten unterscheiden. Aber nicht nur das offensichtliche Äußere, sondern auch ihre jeweils einzigartige Bewegungsabläufe konnte ich anhand von abstrakten Modellen ihrer zugehörigen Gattung zuordnen. Mein Wissen über diese fliegenden Wesen, ließ mich nicht nur reich, sondern auch Arrogant werden. Lange Zeit wurde ich als „Vorzeige Vogeljunge von Venedig“ gefeiert, selbstverständlich einzig der Alliteration wegen. An diesem Punkt, fühlte ich mich unbesiegbar, die Macht die ich durch meine ornitologischen Fähigkeiten auf meine Mitmenschen ausstrahlte war grenzenlos.

Als ich eines Abends stark betrunken und mit diversen Szenedrogen und Szenegeschlechtskrankheiten, eine royale Vogelhochzeit verließ, bemerkte ich einen weißen Lieferwagen, der mir in Schrittgeschwindigkeit zu folgen schien. Dies war für mich aber kein Grund zur Beunruhigung, denn ich kannte mich ausschließlich mit meinen gefiederten Freunden aus. Warum hätte ich einen Verdacht schöpfen sollen, solche Dinge hatte ich nie gelernt.
Plötzlich sprangen Leute aus dem Fahrzeug, steckten mich in einen Käfig und transportierten mich einfach weg. Ich flatterte wie verrückt in dem Käfig vom Ast zum Boden, und zurück, immer wieder. Sie legten eine Decke über den Käfig, was mich sofort zum einschlafen zwang. Woher kannten sie nur meine Schwachstelle?
Als sie die Decke wieder weggezogen hatten, fand ich mich in einer Lagerhalle wieder. Ich sah auf einem Tisch einen Beamer stehen, ein älteres Modell, was aber nicht sonderlich verwunderlich ist, immerhin passiert diese Geschichte ja in der Vergangenheit.

Dieser Beamer beleuchtete eine Leinwand, und als ich erblickte was dort zu sehen war, brach ich sofort in Tränen aus. Es war das schrecklichste, dass man einem ornitologischen Genie wie mir vorzeigen könnte. Es handelte sich um wild zusammengeschnittene Ausschnitte, der lächerlichsten aller Vögel, diese Wesen die ihre eigene Existenzberechtigung entzogen bekommen sollten. Abscheuliche Monster,…P….P…. Pinguine!
Wieder wechselte ich zwischen Käfigboden und Ast hektisch hin und her, und ich fiepste in jeder panischen Vogelmelodie, die mir in den Sinn kam. Mein Hirn begann zu arbeiten, ich musste hier raus. Das Gesetz, dass man Menschen nur als Pärchen halten durfte, sollte ja erst Jahrzehnte später in Kraft treten.
Ein düster gekleideter Mann trat aus einer dunklen Ecke hervor, sein Arm deutete auf den Beamer, sein Finger drückte eine Taste, sein Beamer wechselte in diesen „Anschlussart Auswählen,1 für PC, zwei für PC2, drei für HDMI, vier für SKAT, fünf für alles abwechselnd in zufälligen Takt“- Bildschirm. Er war blau.
„Der Vorzeige Vogeljunge von Venedig, das ich nicht lache!“ log er.

Der düstere Geselle trat an den Käfig und steckte einen Maiskolben zwischen die leicht angerosteten Gittertäbe. Vorsichtig pickte ich mir mein Mittagessen hernaus, und ich schaute ihn verunsichert an.
„Drossel, Schwan, Ara, Fink, Pfau, – “ eine beeindruckende Liste von Tieren die sie da kennen.
“ PI-NG-UI-N “ ergänzte er langsam und durch die Zähne gesprochen
Es erschauderte mich, das gab mir den Rest ich Erbrach.
„Sie krankes Schwein!“, fiepste ich, mich Maisreste und diverse Alkohole übergebend.
„Ha, keine Sorge, wir wollen ihnen nichts antun, wir sind nur an ihren Fähigkeiten interessiert.“
„An meinen Fähigkeiten? Sind sie wahnsinnig? Ich werde ihnen nichts über Vögel verraten! Außer Sie lesen meinen Ratgeber, aber das wäre ja irgendwie fuschen.“
Er wedelte mit meinem Ratgeber, dann mit einigen anderen Vogelbüchern die ich aber nicht kannte, ich brauchte keine literarische Hilfe um etwas über Vögel zu lernen das ging so.

„Wir wissen alles über jeden Vogel. Selbst Pinguine schrecken uns nicht ab. Wir sind die waren Ornitologen,… wir sind die LIGA DER ORNITOLOGEN!“
– Blitz und Donner, im kurz erhelltem Raum erkannte ich, dass noch unzählige andere Personen in den Schatten warteten.
„Ihr seid Ornitologen,… und habt keinen Ekel vor Pinguinen?“
„Nein das haben wir nicht.“ Blitz + Donner
Am Kragen des hervorgetretenen Ornitologen konnte ich eine Brosche erkennen, war das etwa ein Winkel und ein Zirkel? Nein, beim zweiten Hinsehen erkannte ich es, es handelte sich um einen Schnabel von vorne!
Jetzt näherte er sich wieder dem Käfig. Und steckte zwei Maiskolben in die Gitterstäbe, einen roten und einen blauen.
„Wenn du vom roten knabberst, wirst du das hier wieder vergessen, und du lebst dein Leben als zweitklassiger Ornitologe weiter, knabberst du aber linken, so werden wir dir die wahre Macht der Ornitologen zeigen. Aber dann musst du uns auch dein Indianerehrenwort geben, dass du unserem Club Beitrittst…“

Ich trat bei.
Meine vorhergehende Arroganz war vollkommen unbegründet gewesen, die ornitologische Macht die mich nach dem Beitritt bei den Freizwitscheren durchströmte überstieg alles was ich mir jemals erträumt hatte.
Unsere gebündelten Fähigkeiten stürzten Präsidenten und Könige, ließen uns neue Präsidenten und Könige erschaffen, wir verschoben Grenzen, erschufen Gesetze, ließen Menschen verschwinden. Und vor einigen Jahrhunderten, änderten wir sogar einige physikalische Gesetze, so dass sie uns besser gefielen.
Im Anhang finden sie die schlimmsten, und schurkischsten Dinge die wir in umgekehrter Reihenfolge mit unserer Macht zu verantworten haben. Die positiven Dinge nenne ich hier jetzt nicht, soll ja ein Geständnis sein und keine Prahlerei.

Trump
Brexit
zweiter Weltkrieg
erster Weltkrieg
Die Sache mit der Schwerkraft
Die Pest
Judas

>> genug davon! <<

195. Trierer Poetryslam

Ich hab so einen Slam gemacht! War sehr cool fand ich. Puh mehr kommt, bald, denke ich. Aber! Falls wirklich Interesse bestehtn habe ich am 18.02.2024 darüber im Stream gesprochen, das VOD wird ca. 2 Monate online sein: https://www.twitch.tv/videos/2066657659 Es gibt aber auch noch einen Artikel vom Trierer Volksfreund darüber. Da wurde ich sogar interviewt! […]

Deis und Ella lese Dinge vor

Huhu! Endlich mal etwas zum Thema! Also dem Titel gebenden meine ich! Bis jetzt hab ich mich davor gedrückt gehabt etwas hierüber zu schreiben und zwar, weil ich noch keine Ahnung hatte wie ich die ganzen Texte hier ordentlich reinballer. WEIL man kann aktuell pro Beitrag nur 4 Texte maximal machen. Da muss ich nochmal […]

182. Trierer Poetryslam

Na hallo zurück in der realen Welt, oder was? Da konnte ich doch nochmal ein bisschen Texte verfeuern! War wieder ein toller Slam, um die 60 (glaub ich) Zuschauer*innen waren da um uns 5 Teilnehmenden zu sagen: Hallo, ihr seid auf einer Bühne, das finden wir so in Ordnung. Da wir so wenige waren, kam […]

Normal Mode

X = ...
Y = ...