164. Trierer Poetryslam

Hö? Ist nicht noch Corona? Wie kann das denn sein?

Ja, sowas fragt ihr euch sicher alle, aber die Antwort darauf ist so einfach wie beliebig: Zeitreisen.

Außerdem wurde der Slam als Facebook-Stream und ohne Tatsächlich-Da-Sein-Personen-Publikum veranstaltet und außer den Technikern, Veranstaltern und den Teilnehmern war der Laden eben ratzeputze leer.

Das Line Up bestand wieder einmal aus tollen Künstlern wobei ich mit zweien bereits mehrfach auf der Bühne stehen durfte und sie sogar bei meinen ersten Bühnen-Gehversuchen anwesend gewesen waren.

Wir waren zu sechst und das war genau die richtige Menge für die doch etwas komische Atmosphäre, die dadurch entstand, dass man bei Pointen nur zwei drei Leute kichern hören konnte. Auch wenn ich natürlich diesen Umstand eigentlich exakt so gewohnt bin.

Mein erster Text,

…warte was ich habe zwei Texte machen dürfen? Ja, ja ich durfte! Ich stand tatsächlich mal mit im Finale! Toll, oder?

Naja, also, wo war ich? Mein erster Text war einer der aus einer der Schreibaufgaben, die der fabelhafte Fabian Navarro in seinen Livestream-Reihe Stream und Drang aufgegeben hatte, entstanden ist.

Wie auch beim Auftritt erklärt, sollte man anhand eines zufälligen Wikipediaartikels einen Text erstellen, in meinem Fall kam das lyrisch anmutende Thema TT48 an die Reihe.

Es handelt sich dabei um ein Grab in Theben und die dargestellten Fakten, in dem von mir zusammengebastelten Text, basieren zum Großteil auf tatsächliche Informationen, die ich aus dem Artikel selbst und weiter recherchierten Artikeln zum Thema entnommen und dann verfälscht habe.

Mit dem Text kam ich dann in die zweite Runde, in der ich schließlich meinen bereits bewährten (1 Mal zuvor vorgetragen) Steine Text auspackte und ungeniert in den Raum rotzte.

Hier könnt ihr den Stream nachholen wenn ihr das möchtet:

https://www.facebook.com/watch/?v=728564214377968

Weitere Links zu den Beteiligten:

Und einige Kundenstimmen zum Thema Steine:

„Steinzigartig dieser Herr Winkelbach“

„in lapis veritas“

„Er hat bestimmt oft ein Stein im Brett?“

„Der der ohne Schuld ist werfe den ersten Stein.“

TT48

https://de.wikipedia.org/wiki/Martina_KleinTT48

Das war es jetzt wohl, hier würde Rüdiger sterben und irgendwie, ja irgendwie hatte er es ja bereits kommen sehen.Ironisch irgendwie, in einem Grab zu sterben. Sein Arbeitgeber Amenemhet Surer hatte es geschafft den alten Amenophis III zu überzeugen direkt östlich des Königs geliebten Onkels, seine eigene Grabstätte errichten zu lassen. Und das obwohl bereits beim Bau des Grabes des Onkels erhebliche Probleme in der Bodenbeschaffenheit aufgefallen waren.Große sandige Kammern machten es schwer ein vernünftiges Fundament für 20 kannelierte Säulen zu bilden. Aber Rüdiger, Rüdiger war Clever gewesen. Rüdiger hatte eine Technik bei seinem Auslandssemester im exotischen Rom, gelernt, die er nie weitergegeben, aber bereits häufig angewendet hatte. Eine Mischung aus Kalk und Wasser rührte er einfach in den zu weichen sandigen Boden ein.

Beton nannter er das. Den Namen jedoch, hatte er sich erst gerade ausgedacht, die Sprachen aus denen er ihn entlehnte, sie waren noch nicht existent. Ihm waren sie zumindest nicht bekannt.Seine einzigartige Technik, hatte ihn schnell zu einem beliebten Baumeister der Amtsträger gemachtmit jedem Auftrag wurden seine wundersamen Leistungen bekannter und bekannter und irgendwann, ja irgendwann hatte dann eben auch Amenemhet von ihm gehört. Trotzdem, das Projekt musste selbstverständlich traditionell ausgeschrieben werden indem es in die
Rücken der bereitgestellten Sklaven gepeitscht wurde. Eine sehr grausame Methode und das Ausschreiben durch Peitschenwunden, wurde erst in der 19. Dynastie schließlich durch die humanere, bis heute in allen modernen Zivilisationen angewandte Methode: „Kokodilfreisetzung in Stadtzentren“ ersetzt.

Doch waren die darauf folgenden Vorstellungsgespräche reine Schauspielerei, denn Amenemhet, hatte sich bereits für den talentierten Rüdiger entschieden und wer war Rüdiger schon, dass er dem Oberdomänenvorsteher seinen Wunsch einer Nekropole verwehren würde?So kam er nun zu diesem, ihm zunächst mit Reichtum, und nun mit seinem eigenem Tod überschüttenden Job.„Schade eigentlich.“, sagte er vor sich hin, in der Hoffnung einer der vielen beliebigen Götter seinesVolkes würde irgendetwas tun. Andererseits war ihm sehr wohl bewusst, dass seine Religion viel mehr mit Nachtots-Fantasy-Storys aufwarten konnte, als mit Lebzeitenwunder. Dafür waren diese monotheistischen Experimente, die momentan hier und da aus dem Boden schossen, zuständig. Nein. Sein Gott sollte zu Lebzeiten ein König mit irgendwelchen krassen Bauprojekten sein und erst im Tod so richtig auffahren. Mit Sonne erschaffen etc.

Rüdiger fiel jetzt erst auf, dass er sich eigentlich nie wirklich mit seiner Religion auseinander gesetzt hatte. Er spekulierte die ganze Zeit nur herum. Er wusste nicht einmal wie seine Götter eigentlich alle hießen. Oh man, bestimmt mega peinlich, wenn er jetzt stürbe dann einem Gott begegnete der ihm sein Ticket für die Seele löste und dann von Rüdiger nur ein: „Danke, äääh…“ käme, weil er eben nicht wusste ob nun Anubis, Iaret, Kemwer oder sonst wer vor ihm stünde.Aber irgendwer, ja irgendwer würde ganz sicher vor ihm stehen, ihm in seine grauen Augen blicken und dann sagen:„Ja nu, Rüdiger. Wir könnten dich ja jetzt irgendwie in Frieden sterben lassen, aber das wäre echt ein Problem. Du hast Scheiße gebaut, du hast es verbockt. Wie steht denn Amenemhet jetzt da? Guck, guck mal hier…“, der Gott würde sich vorbeugen sein I-Pad zeigen, ein bisschen rumscrollen und dann sagen: „Ja genau, guck hier, das ist die Zukunft.

Amenenemhet steht da wie ein Idiot, die Leute glauben erwäre in Ungnade gefallen. AMENEMEMEMHET in UNGNADE! Nur weil seine Nekropole kaputt ist. Wegen dir.“„Ja, aber,“, wüsste sich Rüdiger zu wehren: „Es hätte ja auch gar kein Grabmahl gegeben ohne mich, oder?“„Das macht es doch nicht besser. So groß wie es ist und bei der guten Lage wird es doch viel schneller gefunden, eine negative Verbindung konstruiert und der Name Anemenemhet ist nichts mehr Wert. Wusstest du das Amenemenenehet der beliebteste Name der letzten drei Jahre war Rüdiger? Und jetzt, puff, nichts mehr Wert wegen dir. Kevin heißen die in der Zukunft. KEVIN ich meine wie wenige ‚Es‘ kann ein Name haben?“„Ich habe aber vorher gesagt gehabt, dass ich mehr Kalk benötige. Die haben halt beim Liefern geschludert.“„Ja, okay, aber auch da hast du nicht „halt stop!“ gesagt, hast einfach weiter gemacht, deswegen, ja deswegen werden wir dich auch nicht mitnehmen, wir die vielen verschiedenen Götter der Verschiedenen, deren Namen so vielseitig sind, dass wir selbst oft nicht wissen wer jetzt eigentlich was macht.

“Das wäre ja was, so abzutreten…Klar, Rüdiger war sich sicher, es würde sich um eine Halluzination handeln, die durch den mangelnden Sauerstoff in der dicker werdenden Luft verursacht würde, aber nur weil er das wusste,hieß das nicht, dass er das auch begreifen konnte. Das Bohrsche Atommodell war ja noch gar nicht
erfunden.Rüdiger saß noch ein paar Tage alleine in der Dunkelheit und merkte wie Luft und Verstand langsam ausgingen. Er grübelte noch in diese und jene Richtung und erschuf in seinen letzten Stunden ein Zahlen und Zeichensystem, das er für sinniger als das gute alte Vogel Sonne Pharao Hieroglyphen – Spiel hielt und überlegte in welcher Reihenfolge die Kammern wohl in, sagen wir mal etwa 3500 Jahren, entdeckt werden müssten. Er ritzte in irgendeine, ja irgendeine Säule „TT48“und verpuffte in diesen Moment argwöhnisch.

Steine

Aus aktuellem Anlass muss ich noch einmal Partei ergreifen, für die schwächsten in unserer Gesellschaft.
Sie werden unterdrückt, missbraucht, geschubst, herumgeworfen.
Sie werden angegriffen, getreten, bespuckt.
Sie werden angefeindet, missachtet und sogar in Käfige gesperrt.
Dass sie wortwörtlich eine tragende Rolle in unserer Gesellschaft spielen scheint vielen nicht bewusst und so sah ich mich am Mittwoch einmal mehr dazu genötigt, Wort zu ergreifen für diese braven Mitbürger und Mitbürgerinnen. Ich rede natürlich von Steinen und es folgt ein Pamphlet.

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“, behauptete der Führende Verschwörungstheoretiker Deutschlands, Xaviar Naidoo 2005 unverholen und sorgt dadurch bereits für extremistisches Gedankengut in der Gesellschaft.
Steine sind gut.
Steine sind sogar besser!
Sie sind das Beste was der Menschheit je passiert ist. Sie sind sogar so wichtig, dass das erste für die menschliche Zivilisation relevante Zeitalter nach ihnen benannt worden ist.
Trotzdem, ja trotzdem werden sie seit jeher ausgebeutet und ihr Talent wird verkannt. Nicht selten werden sie gebrochen und in eine der „Gesellschaft ansprechenden Form“ gebracht. Dann werden Sie als Höhlenersatz in Wänden verbaut, bis sie irgendwann ermüden. Oder vom Pilz befallen werden.

Das decken die Krankenkassen nicht einmal ab! Nein, sie lassen Steine nicht mal als Kunden zu, weil sie kein Einkommen hätten.
Aber ist das nicht nur so, weil wir ihre Hilfsbereitschaft ausnutzen? Weil wir sie versklaven? Jeden Tag werde abertausende Steine zu Sand verstümmelt oder zu Schotter.
Massenhaft werden sie in dunklen Containern verfrachtet und als Bodenbelag endgelagert. Da ist kein Fitzel Mitleid in den Augen der Straßenarbeiter.
„Sind halt nur Steine.“, sagte mir mal einer den ich auf die Grausamkeiten aufmerksam gemacht habe.
„Sind halt nur Steine.“, äffte ich ihn nach, als ich die Geschichte meinem besten Freund erzählte. Er tröstete mich als ich einen Nervenzusammenbruch deswegen durchlebte.
Generell werden Steine auch durch Sprichworte in Rollen gezwängt oder sogar diskriminert.

„Herz aus Stein“ – eine negative Eigenschaft, dass man nichts fühlen würde.
„Hart wie Stein“ – wenn jemand unerschütterlich ist.
„Steinreich“ – wenn jemand sehr reich ist.
„steiniger Weg“ – wenn etwas schwer zugänglich ist.
Das sind nur einige Beispiele. Und sie haben alle die Verallgemeinerung gemeinsam. Es gibt auch bei Steinen welche die einen weichen Kern haben oder sich generell in eine harte Personalität reingezwungen fühlen.
Wir müssen Ihnen die Möglichkeit geben, sich frei zu entfalten, jeder Stein ist einzigartig in Form, Zusammensetzung und Charakter!
Stichwort Gabionen – Massensteinhaltung nenn ich das! Wie barbarisch können wir eigentlich sein? Reicht es uns nicht, dass wir die trägen Wesen ohne ihrer Zustimmung stapeln und zusammenspachteln? Nein, jetzt müssen wir ihnen auch noch Käfige umlegen. Damit sie ja niemals so etwas wie Freiheit empfinden können. Die ultimative Demütigung.
Ich hoffe ihr schämt euch alle.

Jeder von uns, selbst ich, wir tun einfach nicht genug für die Rechte der Steine. Wir sehen anteilnahmslos zu, wenn sie zertrümmert und missbraucht werden. Wir verachten sie dafür, dass sie sich in unsere Schuhe verirren wenn wir wandern oder wenn sie durch Frost glatt werden und wir darauf ausrutschen.
Wenn sie unsere Windschutzscheiben zerschlagen. Oder zu locker auf Wegen sind, dass sie unter den Füßen unkontrolliert nachgeben.
Aber dass wir es sind, die ihnen den Lebensraum nehmen.
Aber dass wir es sind die Steinfamilien voneinander trennen und nicht einmal eine Altersvorsorge für sie mit einplanen, das sehen wir nicht.
Ohne Steine gäbe es viele für Menschen relevante Dinge nicht.
Häuser, Wege, Mauern, Brücken
Es gibt nur wenige, die die Relevanz der Steine verstanden haben, es gibt im Steinrecht aktivistische Bands die sich nach Ihnen benennen, Rolling Stones, Queens of the Stoneage um nur einige zu nennen. ..
Nein sie haben sogar ein ganzes Genre nach ihnen benannt. Rock.

Eine Aufforderung zur Awareness.
Achtet auf eure Steine!
Sie werden euch Schützen und euch niemals hintergehen. Zumindest nicht aus Eigeninteresse, denkt da mal drüber nach!
Zeigt Ihnen eure Liebe.
Streichelt oder küsst sie gar, sagt ihnen wie sehr ihr sie braucht, behandelt sie so wie ihr behandelt werden wollt, denkt DA mal drüber nach!
Verteidigt eure Steine!
Leute versuchen sie zu missbrauchen, zu stehlen, sie übers Wasser zuflitschen, es liegt in eurer Macht sie zu schützen, DENKT DA MAL drüber nach!
Ich möchte, dass ihr einfach seht, dass die Relevanz der Steine niemals verfliegen wird und sie ein Mindestmaß an Respekt verdient haben, für das was sie leisten und was ihre Vorfahren geleistet haben.
Und vergesst nicht, der klügste Kopf des letzten Jahrhunderts war selbst Einstein.

>> genug davon! <<

195. Trierer Poetryslam

Ich hab so einen Slam gemacht! War sehr cool fand ich. Puh mehr kommt, bald, denke ich. Aber! Falls wirklich Interesse bestehtn habe ich am 18.02.2024 darüber im Stream gesprochen, das VOD wird ca. 2 Monate online sein: https://www.twitch.tv/videos/2066657659 Es gibt aber auch noch einen Artikel vom Trierer Volksfreund darüber. Da wurde ich sogar interviewt! […]

Deis und Ella lese Dinge vor

Huhu! Endlich mal etwas zum Thema! Also dem Titel gebenden meine ich! Bis jetzt hab ich mich davor gedrückt gehabt etwas hierüber zu schreiben und zwar, weil ich noch keine Ahnung hatte wie ich die ganzen Texte hier ordentlich reinballer. WEIL man kann aktuell pro Beitrag nur 4 Texte maximal machen. Da muss ich nochmal […]

182. Trierer Poetryslam

Na hallo zurück in der realen Welt, oder was? Da konnte ich doch nochmal ein bisschen Texte verfeuern! War wieder ein toller Slam, um die 60 (glaub ich) Zuschauer*innen waren da um uns 5 Teilnehmenden zu sagen: Hallo, ihr seid auf einer Bühne, das finden wir so in Ordnung. Da wir so wenige waren, kam […]

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