Cool cool. Ein erneutes Lesen und sprechen. War wie üblich sehr schön, aber ich war auch ein mal mehr verunsichert, nach der Abstimmung zumindest.
Ich glaube, es ist einfach viel zu dumm was ich da so schreibe und lese, die Qualität ist zumindest nicht auf dem Niveau das richtige Slampoeten an den Tag legen. Ich spekuliere bloß, aber es gibt trotzdem noch immer wieder vereinzelte Leute die das komischer Weise geil finden und das finde ich sehr verblüffend. Klar, ich finde den Kram logischer Weise grundsätzlich spannend und schön, sonst würde ich das nicht schreiben oder mich wagen damit auf die Bühne zu treten. Aber die Zweifel begleiten mich bei jedem Auftritt. Ob ich eventuell bloß einen Startplatz verschwende den jemand hätte ausfüllen können der für das Publikum interessanter wäre?
Ich glaube Selbstzweifel sind ein üblichen Symptom bei Bühnengängern, aber es ist doch recht auffällig bei mir, wie weit ich aus dem Konzept falle.
Wie gesagt gibt es aber dennoch jedes mal wieder diese 4-5 Leute die damit etwas anfangen können und nicht selten rede ich, wie auch dieses mal, nach dem Auftritt mit solchen Zuschauern.
Generell mach ich das ja sowieso alles mehr für mich, als für das Publikum (Entschuldigung) aber ab und an tut Bestätigung dann schon gut. Hoffe einfach darauf irgendwann mal auf ein Publikum zu stoßen, was komplett aus Leuten besteht, die ähnlich durch wie ich sind.
Aber ich konnte wieder mal einen neuen Text raus kloppen, das ist doch auch was, oder?
Mein Text war eine einfache Darstellung der Chaosie meiner Textthemen Findung. Der Text selbst hat leider eine vordefinierte Einleitung, was mir immer ein klein wenig unangenehm ist vorzulesen, aber sobald ich es auswendig versuche ist halt alles Weg.
Wir waren 7 Poet*innen im Wettbewerb und eine weitere Teilnehmerin als Featured Artist. Interessanter Weise traten zunächst alle Slammer*innen ohne Pause nacheinander an und die besten vier der Sieben kamen dann weiter. Logisch, dass ich ab dann allein auf die Suche nach meinem Haustier gehen konnte. Wer sich fragt: „Hä? Welches Haustier denn jetzt?“ Schau in den vorgetragenen Text!
Einleitung:
Was XY (name Slammaster) gerne vergisst zu sagen, bzw. viele Slammmaster diesen Punkt nicht nennen, ist die letzte und wichtigste Regel beim Poetryslam, welche natürlich besagt, dass man nur eines von zwei Themenbereiche bearbeiten darf:
Thema 1: Schreibblockade, oder, dass man nicht weiß was man schreiben soll
Thema 2: Die Verhaltensweisen der Tiefseeriesenassel – niedliche bis zu 45 cm große Asseln die mit unseren Kellerasseln verwandt sind. Leider erblinden sie wenn man sie an die Oberfläche holt, da ihre Augen zur Verwendung in der Tiefsee besonders groß sind um auch das letzte bisschen Licht für das Sehen auszunutzen.
Ich besitze eine solche, sie heißt Lasse denn sie geben nämlich auch hervorragende Haustiere ab, da Aas und Reste die perfekte Nahrung sind und ich habe sie auch dab—-ei …
mmmh also Ok, sie scheint gerade irgendwo unterwegs zu sein, wenn jemand die kleine sehen sollte, einfach an der Garderobe abgeben.
Ich jedenfalls, habe mich für das erste Thema entschieden, weil es fürs zweite weit mehr erfordert als nur einmal den Wikipediaartikel durchzulesen und habe mir gedacht, dass bei der Suche einer kreativen Inspiration sicher irgendwann die Frage im Raum steht: „Was will ich überhaupt sagen?“ –
Entsprechend heißt der Text auch:
„Was ich euch sagen will.“
Ich möchte euch etwas Erzählen.
Ich will euch absurde Geschichten darüber erzählen, dass es Leute gibt die Perpetuum Mobiles als Hände haben und deshalb keine Handrührer benötigen. Oder, dass ICH es sehr schwer hatte als Kind, weil ich mich durch Horden von Orcs kämpfen musste um mein Lächeln und mein erstes Taschengeld wieder zu bekommen. Ich möchte euch erzählen wie Reisen epischer Ausmaße bestritten worden sind um hierher zu kommen und euch davon zu erzählen.
Oder, dass ich mehr Hirnhälften besitze als ich an einer Hand abzählen könnte und das nur um Leute auf ihre wenigen Hirnhälften ansprechen zu können. Ein guter Aufhänger für jedes Gespräch, kann ich euch versichern.
Ich könnte euch erzählen welche fantastischen streitereien und rangeleien ich mit den verschiedensten Fabelwesen hatte. Und wie weit der große Zauberer wirklich vom rechten Weg abgekommen ist.
Ich möchte euch..
jede einzelne Zahl erzählen und dass Freundschaft das wichtigste Gut ist und dass das auch der Hauptfaktor dafür ist, ob dein Lichtschwert rot oder grün wird.
– Lasse Beifuß!
Ich könnte und möchte euch so vieles verschiedenes erzählen aber vor allem möchte ich mit euch über Dinge reden.
Reden über Dinge wie die Liebe, wie sie funktioniert und ja, nicht nur rein romatisch gesehenes Gefühlswuseldusel, sondern besonders was dahinter steht.
Biochemie – und welchen Einfluss haben Erfahrungen auf die Amore?
Glaubt ihr vielleicht? Glaubt ihr an die Seele oder sogar an einen Gott? Was halte ich, – was haltet ihr von solchem Kram? Da kann man doch mal drüber reden.
Oder,… oder wie das Wetter so ist zum Beispiel, ein großartiges Thema und was haltet ihr von Actionfilmen? Sind die euch zu stumpf, oder ist eurer Meinung nach da dann doch eher stumpf Trumpf?
Reden wir darüber was ihr zuletzt gelesen habt, was mag ICH an guten Büchern? MEINUNGEN, ja MEINUNGEN sind was ganz tolles, um darüber miteinander zu reden.
Generell MITEINANDER nicht aneinander vorbei!
Lasst uns übers Klima reden über das was wir tun können, das was wir tatsächlich tun und das wofür wir uns manchmal schämen es nicht zu tun.
– Und ich möchte euch überreden bitte die Augen offen zu halten, dass ich meine süße Assel wiederfinde. –
Ich könnte und möchte mit euch über so vieles einfach reden und euch Dinge erzählen, aber wir müssen auch sprechen!
Darüber sprechen, dass wir ein heftiges Problem haben, dass wir in der Tinte sitzen, dass wir etwas tun müssen. Dass wir uns Zeit nehmen müssen,
– mehr Zeit für uns und auch für andere Menschen und nicht nur Menschen, nein nein…
auch andere Dinge und alles was uns umgibt.
Wir sollten mal darüber sprechen, dass unsere sogenannte „Produktivität“ ein Hauptgrund der meisten unserer Probleme ist. Zum Beispiel Depressionen, Müll oder Kriege…
Wir sollten darüber sprechen, dass wir uns in die falschen Richtungen bewegen, weil es einfacher scheint weg zusehen, als diese Probleme zu beheben. Wir sollten darüber sprechen, das Joshua aus der 3b wirklich einfach ein Arschloch ist, auch wenn er erst 9 ist!
… und seine Noten erst! Ja da muss man halt auch mal was strenger Zuhause sein sonst wird aus dem nie was und er endet als,… äh ,… zum Beispiel als Poetry Slammer! Und das kann ja wirklich keiner wollen.
Wir sollten nicht bloß durch die Blume, sondern viel mehr darüber sprechen.
Wir sollten DArüber sprechen, wie herum die Toilettenpapierrolle aufgehangen wird und auch darüber ob es jetzt aufgehangen oder aufgehängt heißt,
…das mach ich unverhältnismäßig oft falsch.
Wir könnten über so vieles miteinander sprechen, wir könnten stundenlang reden oder ich würde euch dies und jenes Erzählen aber manchmal, manchmal möchte ich euch auch einfach nur Dinge erklären.
Ich möchte euch erklären wie schwer es mir fällt bei den Nachrichten nicht jeden Tag auszurasten…
Euch erklären wie ich mir den Ablauf einer Geschichte gedacht und wie sie aber aufgenommen werden soll.
Ich will euch erklären, warum ich mir die Mühe mache all das zusammenzutragen und euch erklären was es eigentlich mit meinem kaputten, kaputten Verstand auf sich hat. Ich möchte euch die Steuer erklären und den Nazis den Krieg.
Und dann möchte ich euch erklären warum ich den Krieg gewaltfrei kämpfen will.
Ich möchte euch erklären was mich antreibt, was mir Ideen bringt, warum ich eine Assel als Haustier für das Beste halte was mir je passiert ist!
– Und nochmal meine bitte, wenn einer von euch die sieht bitte an der Garderobe abgeben! –
Ich könnte euch so vieles erklären, mit euch über die Welt und ihre Probleme sprechen. Ich will mit euch übers Leben und die Liebe reden und euch die absurdesten Geschichten erzählen.
Aber sagen,…
sagen will ich euch eigentlich nichts.
X = ...
Y = ...